Aktuelles

23:März

 

Liebe Studierende,

bitte informieren Sie sich regelmäßig auf der Startseite der Friedrich-Schiller-Universität Jena: www.uni-jena.de/FAQ_Coronavirus, zu den Veränderungen der allgemeinen Studien- und Prüfungsbedingungen.

In dieser außergewöhnlichen Jahrhundertkrise der gesamten, hochgradig vernetzten Weltgemeinschaft kommt es auf die Solidarität aller, auch der Studierenden und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Universität an, den Empfehlungen der Gesundheitsexperten und den sich daraus ergebenden sehr schmerzlichen Einschränkungen in unserem Sozialverhalten nach bestem Wissen und Können nachzukommen.

Der Fluch einer wissenschaftlichen sehr guten Prognose, die ein exponentielles Wachstum der Infektionsraten, der schweren und leider auch tödlichen Krankheitsverläufe zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraussagt, ist der gefühlte und erlebte Widerspruch zu unserer aktuellen Gesundheit im Hier und Jetzt.

Bitte erlaubt den Vergleich mit einem Tsunami, der durch ein Erdbeben ausgelöst wurde. Wir stehen bei schönem Wetter am Strand, wir sehen ein friedliches Meer und hören die Tsunamiwarnungen über die alten und neuen Nachrichtendienste. Während wir noch überlegen, schauen und hadern, bewegt sich die Welle auf dem offenen Meer fast unsichtbar, mit 800 Km/h auf bewohntes Land zu. Wenn diese Welle in flaches Wasser kommt, also in Strandnähe, dann ist es zu spät. Die Welle türmt sich 10 bis 50 m hoch auf und zum Weglaufen ist es dann zu spät.

Wir haben nun nur noch eine sehr kurze Vorwarnzeit, bis die Infektionswelle ihr schreckliches Gesicht zeigen wird. Für viele von uns ist diese lange Vorwarnzeit emotional und auch intellektuell schwer fassbar. Alles, was wir zurzeit an Vorsichtmaßnahmen ergreifen, ist wie eine direkte Flucht, weg vom Strand, auf höher gelegenes Gelände, um später so wenig Tsunamiopfer wie möglich zu beklagen.  

Aus diesem Grund schreiben wir Ihnen von unserem sicheren Schreibtisch zuhause aus diesen Text. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind, soweit es irgend geht, im Home-Office. Wir sind alle per Telefon und Mail miteinander im Kontakt und halten den Lehr- und Forschungsbetrieb so gut es geht aufrecht. Wir haben alle Prüfungen (für Staatexamen wird nach Lösungen gesucht) und die Abgabe von Bachelor, Master- und Hausarbeiten bis zum Beginn der Vorlesungszeit verschoben. Der Beginn der Vorlesungszeit wurde zunächst auf den 04.Mai 2020 verlegt. Wir alle in der Abteilung Klinische Psychologie überlegen uns viele und kreative Alternativen zum Präsenzunterricht. Die Lehrenden und alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Abteilung sind im Gespräch. Wir arbeiten intensiv daran, wie wir zusammen mit der Universitätsleitung und der Verwaltung die negativen Auswirkungen auf ihr Studium so gering wie möglich ausfallen lassen können.

Alle Lehrenden der Abteilung Klinische Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena orientieren sich ebenfalls an den aktuellen Informationen der Hochschulleitung. Es ist leider im Moment überhaupt nicht abzuschätzen, ob und in welcher Weise Alternativen zu einer physischen Präsenz in der Lehre zu welchem Zeitpunkt bereitstehen und dann umgesetzt werden können.  

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Klinische Psychologie und in Vertretung der vakanten Professur für Klinische Psychologie bitten wir Sie, sich vorbildlich an die Empfehlungen zum sozialen Umgang in dieser außerordentlich schweren Zeit zu verhalten.

Bitte haben Sie für die nächsten Zeit Geduld und schauen Sie weiter regelmäßig auf die Homepage unserer Universität.

PD Dr. phil. habil. Norbert R. Krischke

Prof. Thomas Weiß


 

 


Die Terminvergabe für mündliche Prüfungen sowie für die Sprechstunde von Herrn PD Dr. Norbert Krischke erfolgt ausschließlich über sindy.vent@uni-jena.de